Das Leben und Mona
c h a s t e & t i n k a

Hi alle.

Danke an denjenigen/diejenige, der/die meinen letzten Beitrag mit Anteilnahme kommentierte. Ich hab mit sowas gar nicht gerechnet, weil mein Blog ja recht unpopulär ist.

Ich schreibe, weil ich wieder einmal mehr von dieser Lethargie und Hilflosigkeit/Ziellosigkeit in meinem Leben getrieben und geschüttelt werde. Ich denke oft "Warum kann ich nicht einfach so funktionieren, wie die anderen und machen, was die Gesellschaft von mir verlangt?" Jetzt müsste ich erstmal schlafen, aber dann Berichte für meine Ausbildung schreiben. Ich müsste lernen und meinen Schreibtisch aufräumen. Ich müsste sauber machen und endlich den Laptop meiner Nachbarin runterbringen. Aber nicht mal dieses simple Sachen zurückbringen bringe ich fertig. Ich vegetiere wieder einmal mehr vor mich hin.

Therapie machen. Einige haben das vorgeschlagen, allein schon, weil sich niemand in das hinein versetzen kann, was ich denke. Ich denke nun, dass ich keine Therapie brauche. Dass es aber auch okay ist, nicht in die vorgegebenen Muster der Gesellschaft und ihrer Funktionen hinein zu passen. Nur was fange ich mit diesem selbsterteilten Okay an? Ich müsste eine Niesche im Markt finden, weil ich ja meinen Arsch finanzieren, mir eine Zukunft sichern muss. Und ein Plan B für wahnwitzige Ideen muss auch her. Wie will ich schließlich später im Rentenalter leben?
Ich sehe nicht ein, das zu machen, was für die Wirtschaft am besten wäre. Ich will nicht einfach nur funktionieren. Ich möchte am liebsten selbst Dinge schaffen. Dinge, von denen die bedürftige Allgemeinheit profitiert. Dinge, die einen wirklichen, echten, WICHTIGEN Grund im Leben haben. Nicht sowas wie ein elektrischer Dosenöffner. Oder eine neue Form der Riesterrente. Ein Aktienkurs. Wertpapiere. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Die 255. Variation eines rosa Nagellacks.
Ich will, dass das Leben einen Sinn ergibt. Dass man nicht mehr krank vor Sorge sein muss, was morgen, nächste Woche und in 10 Jahren ist. Ich möchte, dass Verbrechen geahndet werden, dass man keine Angst mehr haben muss, dass Kinder in Ruhe Kinder werden, dass Politiker sich nicht wie Affen aufführen und Boss spielen, dass Geld einfach nicht mehr so eine große Rolle spielt und Millionen von Arbeitnehmer nicht mehr so ausgebeutet und um Geld und Zeit ihres kurzen Lebens betrogen werden.

Das nennt man wohl Weltschmerz. Ich kann das einfach nicht abstellen. Bin ich nur arbeitsfaul? Oder ist dieses System im Leben doch änderbar? MUSS es so bestimmt, berechenbar und scheiße schwer sein? Muss man wirklich der Geldgeilheit der Magnate nachgeben. Muss man das alles so hinnehmen? "Kann man nich ändern, ist einfach so."?

Man kann ja auch behaupten, weil ich ein so langweiliges Leben führe und aus irgendwelchen Gründen nicht aktiv an dem Leben, wie wir es führen können (im Rahmen der Möglichkeiten), teilnehme, wettere ich einfach nur dagegen und rede es anderen mies, weil ich es nich besser habe. Aber als so einfach empfinde ich das nicht. Ich wette, wenn ich ein äthiopisches Kind mit 7 hungernden Geschwistern wäre. würde ich so nicht denken. Mir ist bewusst, dass ich 1. Welt Probleme schiebe. Aber ist es nicht auch an der 1. Welt, die Zügel in die Hand zu nehmen, weil wir haben, was der 3. Welt fehlt? Was den am Rand gelegenen Teilnehmern der 1. Welt fehlt?

Bin ich einfach nur leicht depressiv, gelangweilt? Geht's mir einfach viel zu gut? Oder ist an meinen Gedanken doch was dran?
12.2.14 01:12


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