Das Leben und Mona
c h a s t e & t i n k a

Erwachsen werden und erwachsen sein...

Ich sehe gerade den Film "Der 16. Wunsch" zuende und muss sagen: Ich habe viele Filme über Teenager gesehen, die dann doch noch nich so weit sind mit dem Erwachsen werden. Aber dieser Film berührt mich sehr.

Ich war nie der klassische Teenager, hatte keine Freunde, wurde gemobbt bis sonst wohin, hatte kein Geld, hab nichts erlebt, habe viele Fehler gemacht und viel Zeit vergeudet, Hormone und "Spleens" verurteilt, abgelehnt und unterdrückt. Ich wollte immer ernst genommen werden. Das wurde ich auch. Als die Komische, der Klugscheißer, der Außenseite, der Besserwisser... die Langweilerin. Ich hatte alles was ich doch provozierte und wollte: Nur wollte meines gleichen mich dann nicht mehr und die Zielgruppe, der ich entsprach, sah natürlich das Kind. Ich war viel allein. Ich will an dieser Stelle Andrea nicht leugnen, aber da sie so ziemlich nichts war, wollte und ausstrahlte... schneide ich sie raus. Sie hatte Ohren zum Zuhören so groß wie Kontinente... sie hatte viel Geduld für meine Sorgen. Aber irgendwie beeinflusst hat sie mich nur einmal: Als sie mir den Freund wegnahm, den ich selbst schon so gut wie vollständig vergrault hatte... Sie fand lügen und betrügen legitim. Das war der Moment, in dem ich tief fiel, aber auch der Moment, in dem ich wuchs. Seitdem bestimmen Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit mein Tun.

Gott sei Dank (so mehr oder weniger) war da ab meinem 17. Lebensjahr Jenny. Sie hat mir mein Leben auch sehr zur Hölle gemacht und ich hab mir im Grunde Jahre stehlen lassen, von denen sie effektiv gewonnen hat und ich eben nicht. Naja. Dumme Menschen tun dumme Dinge. Es hätte sicher einen Weg gegeben, sie loszuwerden, nur fand ich ihn nicht.

Sie ermöglichte mir erste Kontakte mit einer Disco, mit Alkohol, mit Berlin und mit meiner Jugendliebe. Sie kramte raus, was ich in meiner früheren Jugend teilweise selbstverschuldet nich haben konnte: aufregende Momente, Hormonschübe, pure FREUDE, eine tolle Zeit. Wahrscheinlich war ihre Tyrannei der Tribut für diesen leider kurzen Abschnitt FUN!!! xD


Sie in dem Film ist 16 geworden und hat eine Wunschliste, seit sie 7 Jahre ist. Es sind ganz typische Wünsche: den Traumboy kriegen, beste Party ever schmeißen, beliebt sein, nicht mehr wie ein Kind behandelt werden... etc.

Eine gute Fee kam vorbei und ermöglichte ihr mit 16 Kerzen, dass ihre Wünsche einfach so und garantiert erfüllt werden. Die Fee tauchte immer wieder verkleidet auf und erfüllte ihr undercover die Wünsche auf spektakuläre witzige Weise. Das Mädchen übrigens war mega süß und hübsch.

Es kam der Moment, an dem der Wunsch mit dem "Nicht mehr wie ein Kind behandelt werden" dran kam, weil sie in einer Boutique nicht ernst genommen wurde. Doch als sie die Kabine nach auspusten der Kerze verließ, war sie auf einmal 21 und dieser Fakt war in den Köpfen aller. Sie hatte ja prinzipiell den Wunsch erfüllt bekommen, wollte aber noch keine 21 sein. So hat sie alles verloren, was sie bis dahin hatte. Der HighSchoolabschluss war gemacht, die Freunde hatten sie vergessen, weil sie ja an einem Tag auf einmal um 5 Jahre gealtert war und die Eltern verlangten die gewünschte Selbstständigkeit. Die gute Fee kam wieder, sie weinte sich aus und erklärte, dass sie verstanden hat, was passiert ist.

Sie erkannte, dass die beste Party, Beliebtheit und die Gunst eines Typen nichts gegen ihren besten Freund sind und dass sie ihre Kindheit und Jugend nicht mit solchen Wünschen und oberflächlichen Belangen verschwenden sollte. Sie bereute, dass sie sie wünschte, dass diese Zeit so schnell endet. Sie schaffte es, das Foto ihres Schwarms bei dem 16. Wunsch abzulösen und ihr Bild von ihrem 16. drauf zu kleben. So war sie wieder in den ersten Minuten ihres Geburtstages und machte den Tag tatsächlich zu dem besten Geburtstag, den sie je hatte.


Dieser Film hat mich wirklich sehr berührt. Es hat mir vor Augen geführt, WIE SEHR ich (m)eine Jugend vermisse. Warum ich als 21 Jährige sowas sage? Weil das Leben vorbei ist, wenn man arbeiten gehen muss, alleine (also auf jeden Fall nicht mehr bei den Eltern) wohnt, wenn man sich selbst versichern muss, wenn man an seine Rente denken muss, wenn man sich absichern muss, wenn man an alles denken muss und wenn man als Auszubeutender, Verzeihung, Auszubildender Super Man sein muss. Natürlich habe ich es gut, ich will an dieser Stelle auch gar nicht behaupten, dass es mir schlecht geht, nur habe ich wirklich das Gefühle mehrere Jahre in meinem Leben einfach nur geschlafen und verpennt zu haben. Und das frustet sehr.

Das Dumme ist nur... sowas erkennt man immer erst dann, wenn es zu spät ist.

"Wann ist, wenn wir groß sind?"

"Sehr bald..."
19.6.12 23:37


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